Feldweg Stadt Ebern Jesserndorf 2 Foto Stadt Ebern Jpg

Kernwegenetzkonzept

Gemeindeübergreifende landwirtschaftliche Wege in der Baunach-Allianz

Die Baunach-Allianz hat das Büro Stubenrauch mit der Erarbeitung eines Kernwegenetzkonzeptes beauftragt. Hintergrund ist, dass die landwirtschaftlichen Maschinen immer größer und schwerer werden und immer weitere Strecken zurücklegen. Diese Tendenz wird sich durch den anhaltenden Strukturwandel in der Landwirtschaft mit einem Rückgang der Voll- und Teilerwerbslandwirte noch verstärken.

Viele Wege stammen noch aus Flurneuordnungen der 70er und sind nur 3m breit und sind für eine Achslast von 5t ausgelegt. Heutige Maschinen von Landwirten, Lohnunternehmen und Maschinenringen haben teilweise eine Achslast von 11t und bringen inkl. Zugmaschine ein Gesamtgewicht von 30-40t auf die Waage. „Spurrinnen und ausgebrochene Ränder sind die Schadensbilder an den Wegen“, berichtet Felix Henneberger, Allianz-Manager der Baunach-Allianz.

Für die Bewirtschaftung der Flächen benötigen die Landwirte jedoch ein leistungsfähiges Wegenetz. Das Problem: Ein vollumfänglicher Ausbau und die permanente Instandhaltung aller Wirtschaftswege ist kaum möglich. Außerdem wurden viele Wege oft ortsbezogen angelegt und enden oft an Gemeindegrenzen. Heute sind jedoch orts- und gemeindeübergreifende Pachtbeziehungen oft schon Realität. Genau hier setzt die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit in der Baunach-Allianz an.

Das gemeinsame Konzept soll das vorhandene landwirtschaftliche Wegenetz auf seinen Zustand überprüfen, ggf. Lücken und Potentiale benennen und auch eine Doppelnutzung für den Freizeitverkehr beleuchten. Geld in die Sanierung von zu schmalen und zu schwach befestigte Wegen zu stecken kann sich keine Gemeinde leisten. Priorität sollte daher auf den Hauptwegen in der Flur liegen, diese sollten dann zeitgemäß saniert werden. Hierzu wird im Kernwegenetzkonzept der aktuelle Zustand der Wege beleuchtet und eine Empfehlung zur Sanierung für die nächsten 5-20 Jahre ausgesprochen.

„Ein Kilometer Wegebau bzw. Grundsanierung kann mit ca. 250.000€ veranschlagt werden. Nur mit diesem Konzept ist die zukünftige Förderung im landwirtschaftlichen Wegebau überhaupt möglich, erklärt Baunach-Allianz Vorsitzender Jürgen Hennemann. Von den Planungs- und Baukosten würden dann 75% bezuschusst. Ebenso werden die Kosten für die Erstellung des Konzepts mit 75% durch das Amt für ländliche Entwicklung bezuschusst.

Um alle Akteure mit einzubeziehen, wird es im Frühjahr auf Gemeindeebene Workshops geben, welche Planer, Landwirte und Politik an einen Tisch bringt. „Wir hoffen damit die Wege für die landwirtschaftliche Nutzung in unserem Allianzgebiet weiter erhalten und ausbauen zu können“, so Hennemann. Klar ist jedoch auch, dass dies nur gelingt, wenn Grundstückseigentümer, Landwirte, Pächter und andere Beteiligte hier an einem Strang ziehen und den landwirtschaftlichen Wegebau als Gemeinschaftsaufgabe betrachten.